Hatun & Can e.V.
Der Verein ist ein gemeinnütziger Frauennothilfeverein für von Gewalt bedrohter Frauen aller Nationalitäten.
Wir leisten keine Sozialarbeit im herkömmlichen Sinne, betreiben auch keine Prävention oder Aufklärungsarbeit.
Darüber hinaus geben wir keine Wertung von familiären Verhältnissen ab.
Wir respektieren den Wunsch von hilfesuchenden Frauen, die nach ihrer eigenen Selbsteinschätzung der Auffassung sind, aus Gründen der eigenen Sicherheit einen Ortswechsel vollziehen zu wollen.
Wir leisten hierbei Unterstützung ,schnell und unbürokratisch mit der Hoffnung das sich die Lage später wieder normalisiert.
Anders als bei Behörden, bei denen die Antragsstellung bzw. die Beschaffung der erforderlichen Unterlagen eine zu lange Wartezeit in Anspruch nehmen würde.
Zeit, die unter Umständen eine erhebliche Gefährdung der betroffenen Frauen mit sich bringen könnte.
Hier wollen wir aktiv helfen!!!
Wir bitten eindringlich darum, das nur Frauen in Krisensituationen unsere Hilfeleistunge in Anspruch nehmen, damit so wirklich bedürftigen Frauen keine Nachteile entstehen und unsere Mittel auch nur diesen Frauen zu Gute kommen.
Hatun und Can e.V.
Der Vorstand
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| "Ferienbräute" Seit Februar 2007 meldeten sich mehr als 700 Frauen bei «Hatun & Can e.V.», aus Angst vor einer Zwangsehe. «Täglich gehen zwei bis drei E-Mails bei uns ein, auch aus dem Ausland. Frauen aus der Türkei, aus Israel oder aus dem Jemen wenden sich an uns. Besonders vor den Sommerferien steige die Zahl der Mädchen, die Hilfe suchten. Familienehre - für Menschen mit einem anderen kulturellen Hintergrund ist diese durchaus vereinbar mit persönlicher Freiheit. Doch Familien wie die Laylas oder Ayses haben eine andere Auffassung. Und wenn sie ihre Regeln verletzt sehen, reagieren sie mitunter anders, als die deutschen Gesetze es zulassen. So sorgte erst kürzlich der «Ehrenmord» an einer 16-jährigen Deutsch-Afghanin in Hamburg für Entsetzen und Schlagzeilen. Ihr 23 Jahre alter Bruder hatte sie mit mehr als 20 Messerstichen getötet, weil ihm der westliche Lebensstil des Mädchens missfallen haben soll. Seit 1996 wurden nach Angaben des Bundeskriminalamts mindestens 36 Frauen im Namen der Ehre ermordet. Die Dunkelziffer sei aber viel höher. Die meisten Fälle werden aus Sicht der Experten aber gar nicht erst aufgedeckt. Man geht von mindestens 10 000 Zwangsehen jährlich aus. Deutsche verstehen nicht, was diese Frauen durchmachen. Wenn sich die Mädchen an ihre Lehrer wenden, dann kommen irgendwelche "Öko- Tanten" an und wollen mit den Eltern sprechen. Sobald die Sozialarbeiter aber weg sind, gibt's erstmal 'ne Tracht Prügel. Man wird dafür bestraft, Familienangelegenheiten an Fremde herangetragen zu haben.Diese Zwangsehen sollten verhindert werden, stehen sie doch nicht im Einklang mit der freiheitlich demokratischen Grundordnung unseres Landes, fordert die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU). Mit der Aktion «Ferienbräute - nicht mit uns» will sie Mädchen und auch junge Männer vor Zwangsehen schützen, die in den Herkunftsländern der Familien oder in Deutschland vollzogen werden.
Bundesweite Informationsabende
Bundesweit sollen ab Oktober Informationsabende zum Thema «Ferienbräute» an Volkshochschulen stattfinden, Broschüren mit Telefonnummern von Hilfseinrichtungen wie dem Mädchennotdienst «Papatya» verteilt und Lehrerfortbildungen angeboten werden. «Wir möchten Behörden, Lehrer, Ärzte und Sozialarbeiter auffordern, mit den Mädchen zu sprechen und sie auf ihre Rechte und Möglichkeiten hinzuweisen», sagt Kelek. Ates will auf ihrer Webseite ( http://www.seyranates.de/ ) künftig eine standardisierte Vollmacht zum Herunterladen bereitstellen. Darin können Betroffene vermerken, dass sie in den Ferien nicht heiraten und nach dem Urlaub wieder zurück nach Deutschland kommen wollen. Die unterschriebene Vollmacht sollen die Mädchen mit einer Kopie ihres Ausweises vor den Ferien einer Person ihres Vertrauens übergeben. «Die Botschaft und andere Behörden können so tätig werden und die Mädchen suchen», erklärt Ates. Kelek gelang es bereits mit Hilfe einer solchen Vollmacht, eine junge Frau, die unter einem Vorwand in die Türkei gelockt und zwangsverheiratet wurde, wieder nach Deutschland zu holen.
29.5.2008
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