J.A.T. template series was designed 2006 by 4bp.de: www.4bp.de, www.oltrogge.ws
Gedenktafel für Hatun

      Gedenktafel für ermordete Hatun Sürücü

Mehr als drei Jahren nach ihrem Tod erinnert jetzt in Tempelhof eine Gedenktafel an den sogenannten Ehrenmord an der Deutschtürkin Hatun Sürücü. Ein so hinterhältiges Verbrechen dürfe sich nicht wiederholen, sagte der Bürgermeister des Bezirks Tempelhof-Schöneberg, Ekkehard Band (SPD), am Dienstag. Deshalb dürfe die Tat nicht in Vergessenheit geraten. Auf der Tafel steht in deutscher und türkischer Sprache geschrieben, Sürücü sei ermordet worden, „weil sie sich Zwang und Unterdrückung ihrer Familie nicht unterwarf, sondern ein selbstbestimmtes Leben führte“.

Bezirksbürgermeister Band hatte nach eigenen Angaben die Gedenktafel zur Chefsache erklärt, nachdem sie am dritten Todestag der jungen Türkin immer noch nicht aufgestellt war. Laut Band gab es unter anderem Streit darüber, wie weit die Tafel vom Tatort entfernt stehen sollte. Sürücü war am 7. Februar 2005 an einer Bushaltestelle in der Oberlandstraße durch drei Kopfschüsse getötet worden.

Ihr jüngster Bruder Ayhan wurde im April 2006 wegen Mordes zu einer Jugendstrafe von neun Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Der zum Tatzeitpunkt 18-jährige Ayhan hatte nach eigenen Angaben den westlichen Lebensstil seiner Schwester als Kränkung der Familienehre empfunden. Ob die beiden älteren Brüder ebenfalls in die Tat verwickelt waren, konnte bisher nicht geklärt werden. Auch sie waren während des Prozesses angeklagt, wurden aber freigesprochen.

Der Bundesgerichtshof hatte im August 2007 die Beweiswürdigung im Verfahren beanstandet und die Freisprüche aufgehoben. Eine Neuauflage des Prozesses am Berliner Landgericht ist zurzeit aber nicht absehbar, da sich beide Brüder in der Türkei aufhalten Tsp/ddp

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 11.06.2008)
 

              

Kommentare (11) | Zu Favoriten hinzufügen (134) | Artikel zitieren | Aufgerufen: 2019

weiter …
 
Ferienbräute!
   
"Ferienbräute"                                                                                                                               Seit Februar 2007 meldeten sich mehr als 700 Frauen bei «Hatun & Can e.V.», aus Angst vor einer Zwangsehe. «Täglich gehen zwei bis drei E-Mails bei uns ein, auch aus dem Ausland. Frauen aus der Türkei, aus Israel oder aus dem Jemen wenden sich an uns. Besonders vor den Sommerferien steige die Zahl der Mädchen, die Hilfe suchten.  Familienehre - für Menschen mit einem anderen kulturellen Hintergrund ist diese durchaus vereinbar mit persönlicher Freiheit. Doch Familien wie die Laylas oder Ayses haben eine andere Auffassung. Und wenn sie ihre Regeln verletzt sehen, reagieren sie mitunter anders, als die deutschen Gesetze es zulassen. So sorgte erst kürzlich der «Ehrenmord» an einer 16-jährigen Deutsch-Afghanin in Hamburg für Entsetzen und Schlagzeilen. Ihr 23 Jahre alter Bruder hatte sie mit mehr als 20 Messerstichen getötet, weil ihm der westliche Lebensstil des Mädchens missfallen haben soll. Seit 1996 wurden nach Angaben des Bundeskriminalamts mindestens 36 Frauen im Namen der Ehre ermordet. Die Dunkelziffer sei aber viel höher.  Die meisten Fälle werden aus Sicht der Experten aber gar nicht erst aufgedeckt. Man geht von mindestens 10 000 Zwangsehen jährlich aus. Deutsche verstehen nicht, was diese Frauen durchmachen. Wenn sich die Mädchen an ihre Lehrer wenden, dann kommen irgendwelche "Öko- Tanten" an und wollen mit den Eltern sprechen. Sobald die Sozialarbeiter aber weg sind, gibt's erstmal 'ne Tracht Prügel. Man wird dafür bestraft, Familienangelegenheiten an Fremde herangetragen zu haben.Diese Zwangsehen sollten verhindert werden, stehen sie doch nicht im Einklang mit der freiheitlich demokratischen Grundordnung unseres Landes, fordert die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU). Mit der Aktion «Ferienbräute - nicht mit uns» will sie Mädchen und auch junge Männer vor Zwangsehen schützen, die in den Herkunftsländern der Familien oder in Deutschland vollzogen werden.

Bundesweite Informationsabende

Bundesweit sollen ab Oktober Informationsabende zum Thema «Ferienbräute» an Volkshochschulen stattfinden, Broschüren mit Telefonnummern von Hilfseinrichtungen wie dem Mädchennotdienst «Papatya» verteilt und Lehrerfortbildungen angeboten werden. «Wir möchten Behörden, Lehrer, Ärzte und Sozialarbeiter auffordern, mit den Mädchen zu sprechen und sie auf ihre Rechte und Möglichkeiten hinzuweisen», sagt Kelek. Ates will auf ihrer Webseite ( http://www.seyranates.de/ ) künftig eine standardisierte Vollmacht zum Herunterladen bereitstellen. Darin können Betroffene vermerken, dass sie in den Ferien nicht heiraten und nach dem Urlaub wieder zurück nach Deutschland kommen wollen. Die unterschriebene Vollmacht sollen die Mädchen mit einer Kopie ihres Ausweises vor den Ferien einer Person ihres Vertrauens übergeben. «Die Botschaft und andere Behörden können so tätig werden und die Mädchen suchen», erklärt Ates. Kelek gelang es bereits mit Hilfe einer solchen Vollmacht, eine junge Frau, die unter einem Vorwand in die Türkei gelockt und zwangsverheiratet wurde, wieder nach Deutschland zu holen.

                                                29.5.2008

 

 

 

 

Kommentare (11) | Zu Favoriten hinzufügen (114) | Artikel zitieren | Aufgerufen: 1774

 
Ein neues Leben kostet 2000 Euro

Hatun SürücüAus der Berliner Morgenpost vom 10. November 2007
Seit Juli 2006 hilft der Verein Hatun & Can bedrohten Frauen in ein selbstbestimmtes Leben ohne Ängste

Kommentare (11) | Zu Favoriten hinzufügen (154) | Artikel zitieren | Aufgerufen: 3712

weiter …
 
Hatun und Can e.V. deutsch

Hatun und Can e.V.

hatun_yeniDer Verein ist ein gemeinnütziger Frauennothilfeverein für von Gewalt bedrohter Frauen aller Nationalitäten.

Wir leisten keine Sozialarbeit im herkömmlichen Sinne, betreiben auch keine Prävention oder Aufklärungsarbeit.

Darüber hinaus geben wir keine Wertung von familiären Verhältnissen ab.

Wir respektieren den Wunsch von hilfesuchenden Frauen, die nach ihrer eigenen Selbsteinschätzung der Auffassung sind, aus Gründen der eigenen Sicherheit einen Ortswechsel vollziehen zu wollen.

Wir leisten hierbei Unterstützung ,schnell und unbürokratisch mit der Hoffnung das sich die Lage später wieder normalisiert.

Anders als bei Behörden, bei denen die Antragsstellung bzw. die Beschaffung der erforderlichen Unterlagen eine zu lange Wartezeit in Anspruch nehmen würde.

Zeit, die unter Umständen eine erhebliche Gefährdung der betroffenen Frauen mit sich bringen könnte.

Hier wollen wir aktiv helfen!!!

Wir bitten eindringlich darum, das nur Frauen in Krisensituationen unsere Hilfeleistunge in Anspruch nehmen, damit so wirklich bedürftigen Frauen keine Nachteile entstehen und unsere Mittel auch nur diesen Frauen zu Gute kommen. 

 

Hatun und Can e.V.

Der Vorstand

Kommentare (11) | Zu Favoriten hinzufügen (204) | Artikel zitieren | Aufgerufen: 5409

 
Der Zwangsehe entflohen – und allein gelassen
Weil die Angebote für junge Frauen in Not nicht mehr zeitgemäß sind, fordern die Grünen eine Reform der Hilfe für Migrantinnen. Die Frauenhäuser bieten nicht mehr ausreichend Schutz für die Opfer häuslicher Gewalt.
 

Kommentare (21) | Zu Favoriten hinzufügen (98) | Artikel zitieren | Aufgerufen: 2188

weiter …
 
<< Anfang < Vorherige 1 2 Nächste > Ende >>

Ergebnisse 1 - 10 von 19

Spenden über PayPal

Bitte Helfen
SIE
uns Helfen
Summe
Währung

Spendenhilfe

Hatun und Can e.V.
Gemeinnütziger Verein Frauennothilfe

Spendenkonto 

Berliner Sparkasse
BLZ:    100 500 00
Konto: 66 030 37 333 

Spendeninfo
Hatun & Can e.V

Who's Online

J.A.T. template series was designed 2006 by 4bp.de: www.4bp.de, www.oltrogge.ws